Gericht zwingt TikTok zu Änderungen bei Algorithmus und Meldefunktion
Moritz AlbrechtVerbraucherzentrale: Gericht ordnet Änderungen für TikTok an - Gericht zwingt TikTok zu Änderungen bei Algorithmus und Meldefunktion
Ein bayerisches Gericht hat TikTok verpflichtet, seine Benutzeroberfläche zu ändern – dies geht aus einer Klage von Verbraucherschützern hervor. Im Mittelpunkt des Urteils stehen der Empfehlungsalgorithmus der App sowie die Meldemechanismen für illegale Inhalte. Die Richter stellten fest, dass wichtige Einstellungen zu schwer auffindbar seien und damit gegen Transparenzvorgaben verstoßen würden.
Die Klage war vom Bayerischen Verbraucherschutzverband eingereicht worden, der argumentierte, TikToks Standardalgorithmus nutze übermäßig persönliche Daten. Nutzer hätten derzeit kaum eine Möglichkeit, personalisierte Empfehlungen abzuschalten, da die entsprechende Option in Untermenüs versteckt sei. Das Gericht urteilte, dies verletze den Digital Services Act (DSA), der klare und leicht zugängliche Steuerungsmöglichkeiten vorschreibt.
Kritik übten die Richter auch an TikToks System zur Meldung illegaler Inhalte: Der korrekte Meldeweg sei hinter einer unauffälligen Option verborgen, was es Nutzern erschwere, schädliche Inhalte zu melden. Das Gericht forderte, dass sowohl die Empfehlungseinstellungen als auch die Meldefunktionen besser sichtbar gemacht werden müssen.
TikToks Algorithmus steht seit Langem in der Kritik, weil er – insbesondere bei jüngeren Nutzern – schnelles, endloses Scrollen fördere. Das im frühen Jahr 2026 ergangene Urteil ist noch nicht rechtskräftig, und es gibt keine öffentlichen Hinweise darauf, ob das Unternehmen die Änderungen bereits umgesetzt hat. Das Oberlandesgericht Bamberg betonte, dass Nutzer datenbasierte Empfehlungen mühelos deaktivieren können müssen.
Der Beschluss gilt als wichtiger Erfolg für Verbraucherschutzorganisationen, die mehr Transparenz in sozialen Medien einfordern. TikTok muss nun seine Oberfläche überarbeiten, um den gerichtlichen Auflagen zu entsprechen. Bis das Urteil jedoch endgültig ist, bleibt unklar, wie die Plattform weiter vorgehen wird.






