Georg Hackl wirft Deutschland Versagen bei Infrastruktur und Sportstätten vor
Anna KrauseGeorg Hackl wirft Deutschland Versagen bei Infrastruktur und Sportstätten vor
Georg Hackl, dreifacher Olympiasieger im Rennrodeln, kritisiert scharf Deutschlands Umgang mit Infrastrukturprojekten
Der ehemalige Spitzensportler bezeichnete das Land nach Jahren der Verzögerungen und Vernachlässigung als "Bananenrepublik". Seine Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Rennschlittenbahn in der Nähe seines Wohnorts Königssee aufgrund langjähriger Überschwemmungsschäden weiterhin unbenutzbar ist.
Hackl verwies auf mehrere prominente Fehlschläge als Beleg für Deutschlands Niedergang. Er nannte das verzögerte Bahnprojekt Stuttgart 21, den problembehafteten Flughafen Berlin Brandenburg (BER) sowie die anhaltenden Probleme mit der Dresdner Carolabrücke. Diese Rückschläge, so Hackl, zeigten ein grundlegendes Muster von Ineffizienz und schlechter Führung.
Der Olympiasieger kritisierte zudem den Zustand der Rennrodelbahn in Königssee, die seit Jahren außer Betrieb ist. Obwohl nur eine oder zwei Kurven durch die Flut beschädigt wurden, seien die Reparaturen nie abgeschlossen worden. Ausländische Trainer, so Hackl, verspotteten mittlerweile Deutschlands Unfähigkeit, grundlegende Sporteinrichtungen instand zu halten.
Im Gegensatz dazu lobte er Italiens Vorgehen beim Bau einer neuen Rennrodelbahn für die Olympischen Winterspiele 2026 in Cortina d'Ampezzo. Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini habe die Baustelle persönlich besucht – ein Zeichen für entschlossenes Führungshandeln, wie Hackl betonte. Deutschland fehle es an einer solchen politischen Entschlossenheit, was die eigenen Athleten benachteilige.
Seine Äußerungen folgen auf den fünften Platz Deutschlands bei den letzten Winterspielen. Zwar holte das Team insgesamt 26 Medaillen, darunter acht Goldmedaillen, doch Hackl ist überzeugt, dass die Infrastrukturprobleme zukünftige Erfolge gefährden.
Hackls Kritik spiegelt eine breitere Unzufriedenheit mit Deutschlands stockenden Projekten und verfallenden Anlagen wider. Während die Bahn in Königssee weiterhin ungenutzt bleibt und internationale Konkurrenten aufholen, unterstreichen seine Worte die Folgen jahrelanger Untätigkeit. Deutschlands sportlicher Ruf, warnt er, stehe nun auf dem Spiel.






