Europa bricht US-Dominanz in der Quanten-Technologie – wie Deutschland und Frankreich aufholen
Lukas MüllerPatentamt: Europa holt in der Quanten-Technologie auf - Europa bricht US-Dominanz in der Quanten-Technologie – wie Deutschland und Frankreich aufholen
Deutschland und Frankreich holen in der Quanten-Technologie auf – und brechen die US-Dominanz
Deutschland und Frankreich schließen in der Quanten-Technologie auf, einem Feld, das lange von den USA dominiert wurde. Neue Patentrecherchen zeigen Europas wachsenden Einfluss: Beide Länder vereinen mittlerweile fast ein Viertel aller weltweiten Anmeldungen in diesem zukunftsweisenden Sektor auf sich. Branchenführer und Forscher betonen die rasanten Fortschritte der Region in den Bereichen Quantencomputing, -kommunikation und -sensorik.
Jahre lang lag die USA in der Quanten-Technologie klar vorn. Noch 2021 hielt das Land eine führende Position, während Europa hinterherhinkte. Damals reichten Deutschland und Frankreich gemeinsam 57 Patentanmeldungen ein – nur 16,7 Prozent des weltweiten Gesamtvolumens.
Doch bis 2025 hatte sich das Blatt gewendet. Die beiden Länder meldeten 195 Patente an und stellten damit fast 25 Prozent aller Quanten-Patente. Der US-Anteil sank hingegen auf etwas über ein Fünftel, obwohl die USA mit 167 Anmeldungen weiterhin an der Spitze lagen. Die Gesamtzahl der veröffentlichten Quanten-Patente stieg weltweit stark an: von 341 im Jahr 2021 auf 815 im Jahr 2025.
Deutschlands Vorstoß: Industrie und Forschung Hand in Hand Der deutsche Schub kommt von Großunternehmen wie Infineon Technologies, das Quanten-Sensoren entwickelt, und IQM Quantum Computers, das sich auf Quantenprozessoren spezialisiert hat. Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut und das Max-Planck-Institut für Quantenoptik leisten ebenfalls wichtige Beiträge. Start-ups wie Black Semiconductor und QuiX Quantum treiben in Kooperation mit deutschen Partnern die Entwicklung von photonischen Chips und Quantenkommunikation voran.
Frankreichs Aufholjagd: Neutrale Atome und fehlerresistente Qubits Auch Frankreich hat bedeutende Fortschritte gemacht. Unternehmen wie Pasqal und Alice & Bob arbeiten an Quantencomputern auf Basis neutraler Atome sowie an fehlerresistenten Qubits. Forschungsinstitute wie das CNRS und das Institut Quantique sowie Start-ups wie Quandela und C12 haben Patente in den Bereichen Quantencomputing, Sensorik und sichere Kommunikation angemeldet.
Eva Schewior, Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA), hob die Stärken Deutschlands hervor: "Weltklasse-Forschung, eine starke industrielle Basis und innovative Start-ups sind die Treiber, die künftige Quanten-Durchbrüche prägen werden."
Die aktuellen Patentzahlen bestätigen Europas wachsende Rolle in der Quanten-Technologie. Deutschland und Frankreich zählen nun zu den Top fünf der innovativsten Länder in diesem Bereich – neben den USA, Südkorea und Japan. Mit kontinuierlichen Investitionen und enger Zusammenarbeit ist die Region auf bestem Weg, die nächste Generation der Quanten-Revolution maßgeblich mitzugestalten.