09 June 2026, 10:12

EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz löst Bürokratie-Debatte in Deutschland aus

Chefin der Mittelstandsunion Connemann: EU-Verordnung zur Gehaltstransparenz bringt 'absurde Bürokratie' für Unternehmen

EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz löst Bürokratie-Debatte in Deutschland aus

Die neue EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz stößt bei deutschen Politikern auf scharfe Kritik. Die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann bezeichnete sie als „Musterbeispiel für europäische Überregulierung“. Sie warnte, die Vorschriften würden Unternehmen in Bergen von Bürokratie versinken lassen, statt tatsächliche Lohnungleichheiten zu beseitigen.

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Laut der Richtlinie müssen Firmen mit 100 oder mehr Beschäftigten regelmäßig Gehaltsberichte vorlegen. Doch auch kleinere Betriebe würden mit hohem Verwaltungsaufwand belastet – etwa durch die Pflicht, individuelle Anfragen zu Gehaltsdetails zu beantworten. Connemann argumentierte, selbst ein Bäcker mit acht Angestellten müsste dann Zusatzleistungen wie Dienstfahrräder, Reisekostenzuschüsse oder Boni bei Lohnvergleichen berücksichtigen.

Die Politikerin sprach von einer „Bürokratie-Flutwelle“, die keine Kernprobleme löse. Deutschland verfüge bereits über Gesetze, die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit garantierten – die zusätzliche EU-Ebene sei daher überflüssig, so Connemann. Sie verwies auf den Draghi-Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit und forderte die Politik auf, sich stattdessen auf Wachstum statt auf neue Vorschriften zu konzentrieren.

Die Richtlinie sei Teil eines größeren Trends der Überregulierung, der Europa zurückwerfe, kritisierte Connemann. Besonders kleine und mittlere Unternehmen würden unter dem zusätzlichen Arbeitsaufwand für die Umsetzung leiden.

Ziel der Richtlinie ist es, die Gehaltstransparenz in der gesamten EU durchzusetzen. Doch Kritiker wie Connemann befürchten, dass sie mehr Probleme schafft als löst. Sollte sie wie geplant umgesetzt werden, könnten Unternehmen aller Größen mit erheblichen neuen bürokratischen Anforderungen konfrontiert werden.

Quelle