Erfurt verhandelt heimlich mit entlassenem Ex-Mitarbeiter über sechsstellige Abfindung
Moritz AlbrechtErfurt verhandelt heimlich mit entlassenem Ex-Mitarbeiter über sechsstellige Abfindung
Die Stadt Erfurt verhandelt derzeit über eine außergerichtliche Einigung in einem langwierigen Rechtsstreit mit ihrem ehemaligen Mitarbeiter Guy Montavon. Dieser war vor mehr als zwei Jahren fristlos entlassen worden, nachdem ihm Machtmissbrauch und finanzielle Verfehlungen vorgeworfen worden waren. Beide Seiten haben nun ein Schlichtungsverfahren eingeleitet, um weitere Gerichtsverhandlungen zu vermeiden.
Montavons Entlassung Anfang 2022 erfolgte nach anfänglichen Vorwürfen wegen sexueller Belästigung und Machtmissbrauchs. Diese Anschuldigungen wurden nie gerichtlich bewiesen, doch die Stadt berief sich später auf finanzielle Vergehen als offiziellen Grund für seine Kündigung.
Die Schlichtungsgespräche fanden Mitte März statt, wobei es vor allem um eine finanzielle Einigung ging. Berichten zufolge liegt die vorgeschlagene Summe im mittleren sechsstelligen Bereich und soll vor allem ausstehende Gehaltszahlungen seit seiner Entlassung abdecken.
Falls eine Einigung zustande kommt, könnte Montavon seine Klage auf Wiedereinstellung zurückziehen. Die Vereinbarung müsste anschließend vom Erfurter Stadtrat gebilligt werden, möglicherweise bereits im Mai. Die Stadt weigert sich jedoch, zu den Verhandlungen Stellung zu nehmen, und beruft sich dabei auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung.
Sollte keine Einigung erzielt werden, wird der Fall im September vor dem Erfurter Arbeitsgericht weiterverhandelt. Eine gütliche Einigung würde den seit über zwei Jahren schwelenden Konflikt beenden. Das Ergebnis hängt nun von der Zustimmung des Stadtrats und Montavons Bereitschaft ab, seine rechtlichen Ansprüche fallenzulassen. Ohne eine Vereinbarung wird das Gerichtsverfahren in diesem Jahr fortgesetzt.






