Edi Geyers Wahlplakat taucht Jahre nach seinem Tod wieder auf – und rührt Oberstdorf zu Tränen
Moritz AlbrechtEdi Geyers Wahlplakat taucht Jahre nach seinem Tod wieder auf – und rührt Oberstdorf zu Tränen
Ein Wahlplakat des ehemaligen Oberstdorfer Bürgermeisters Edi Geyer ist während der aktuellen Wahl wiederaufgetaucht – Jahre nach seinem Tod 2022 im Alter von 86 Jahren. Der unerwartete Anblick weckt bei den Einwohnern Wehmut, und viele wünschen sich noch immer, er könnte die Gemeinde wieder führen.
Edi Geyer prägte Oberstdorf fast 30 Jahre lang als Bürgermeister und hinterließ bleibende Spuren. Seine Amtszeit wurde sowohl gefeiert als auch kritisiert, doch sein Einfluss ist bis heute spürbar.
Seine politische Laufbahn begann 1973, als er – obwohl CSU-Mitglied – von den Freien Wählern und der SPD nominiert wurde. Während seiner Amtszeit überstand er zwei Versuche, ihn aus der Partei auszuschließen.
Eines seiner markantesten Projekte war ein fortschrittliches Verkehrskonzept für Oberstdorf: Er führte Elektrobusse ein, erweiterte Park-and-Ride-Anlagen und schuf flächendeckende Tempo-30-Zonen. Berühmt wurde er auch als Fürsprecher von Kreisverkehren und erklärte einmal: "Ampel-Liebhaber sind Menschen, die gerne auf Anweisungen von oben warten – wer Eigenverantwortung schätzt, liebt Kreisverkehre." Sein Ansatz galt als mutig wie pragmatisch.
Jahrzehnte später sehen ihn manche Bürger noch immer als den Bürgermeister, den sie zurückwünschen. Ob das Plakat ein Scherz oder ehrliche Nostalgie ist – es zeigt, wie nachhaltig seine Amtszeit wirkt.
Geyers Erbe prägt Oberstdorf bis heute, vom Verkehrssystem bis zum politischen Gedächtnis. Dass sein Wahlplakat wieder auftaucht, beweist, wie tief seine fast drei Jahrzehnte an der Spitze noch immer nachhallen.