Dritte Startbahn in München: Söder stoppt Ausbau bis 2028 – Grüne blockieren mit Vetorecht
Lukas MüllerDritte Startbahn in München: Söder stoppt Ausbau bis 2028 – Grüne blockieren mit Vetorecht
Die Pläne für eine dritte Startbahn am Münchner Flughafen sind auf massive Hindernisse gestoßen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Erweiterung bis 2028 ausgesetzt, während der neu gewählte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) das Projekt entschieden ablehnt. Die gemeinsame Haltung von Landes- und Stadtspitze bildet nun eine doppelte Blockade gegen den Bau.
Krause gewann die Münchner Oberbürgermeisterwahl mit 56,4 Prozent der Stimmen und setzte sich damit gegen Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) durch. Zwar spielte die Flughafen-Erweiterung im Wahlkampf keine Rolle, doch seitdem hat Krause die dritte Startbahn zur unverhandelbaren Sache erklärt. Als Oberbürgermeister vertritt er die 23-prozentige Beteiligung der Stadt in der Gesellschafterversammlung des Flughafens – und verfügt damit über ein effektives Vetorecht bei zentralen Entscheidungen.
Im Juli 2025 wies das Verwaltungsgericht Klagen gegen die Planfeststellung der Startbahn ab und bestätigte deren Rechtmäßigkeit. Dennoch beantragte der Flughafen München separat den Nachweis, dass vorbereitende Arbeiten begonnen hätten, um zu verhindern, dass die Genehmigung nach zehn Jahren verfällt. Tatsächlich wurden jedoch noch keine baulichen Maßnahmen umgesetzt.
Die Lufthansa bleibt eine der lautstärksten Befürworterinnen des Ausbaus. Konzernchef Carsten Spohr drängt auf eine Kapazitätserweiterung. Doch Söders Moratorium und das Münchner Vetorecht haben das Vorhaben zum Stillstand gebracht. Zwar sichern die bestehenden Baugenehmigungen, die durch das Gerichtsurteil bestätigt wurden, die rechtliche Grundlage – doch unter den aktuellen politischen Rahmenbedingungen gibt es keinen unmittelbaren Weg zur Umsetzung.
Die dritte Startbahn steht damit vor einer verlängerten Eiszeit bis mindestens 2028. Mit sowohl der Landesregierung als auch dem Münchner Oberbürgermeister gegen das Projekt bleibt es vorerst blockiert. Weder die rechtlichen Genehmigungen noch die Unterstützung der Lufthansa konnten die politischen Hürden überwinden.






