Dominik Krause: Münchens neuer Oberbürgermeister mit ehrgeizigen Wohnungsbauplänen
Anton HofmannDominik Krause: Münchens neuer Oberbürgermeister mit ehrgeizigen Wohnungsbauplänen
Dominik Krause wurde im März 2023 nach einem deutlichen Sieg in der Stichwahl Münchens neuer Oberbürgermeister. Der 35-Jährige setzte sich mit 56,4 Prozent der Stimmen gegen den langjährigen Amtsinhaber Dieter Reiter durch. Sein Wahlkampf stand im Zeichen des Kampfes gegen die Wohnungsnot in der Stadt – mit dem Versprechen, 50.000 neue Wohnungen zu bauen.
Krauses Weg ins Rathaus begann mit einem starken Abschneiden in der ersten Runde der Kommunalwahlen. Anschließend besiegte er Reiter, der München seit 2014 regiert hatte, und sicherte sich damit ein klares Mandat für einen politischen Wechsel. Trotz des hart umkämpften Wahlkampfs verzichtet Krause seit seinem Amtsantritt auf Kritik an seinem Vorgänger.
Vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister war er dessen Stellvertreter – in dieser Funktion hatte er das Oktoberfest einst als "größte Freiluft-Drogenparty der Welt" bezeichnet. Doch im September 2023 stand er gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Fass, um traditionell das erste Bier anzustochen – eine Pflichtaufgabe für Münchens Stadtoberhaupt.
Krause inszeniert sich offen als schwuler Politiker und nahm im Wahlkampf sogar scherzhaft den Spitznamen "BürGAYmeister" an. Privat ist er seit fast 20 Jahren mit seinem Verlobten liiert, einem Arzt, den er in einem Tanzkurs kennengelernt hatte. Abseits der Politik widmet er sich klassischen Freizeitbeschäftigungen wie Wandern und Skifahren; Ostern 2024 plant er einen entspannten Aufenthalt in Südtirol.
Obwohl er oft als jung für das Amt gilt, ist er nicht Münchens jüngster Oberbürgermeister – Hans-Jochen Vogel war bei seiner Wahl 1960 erst 34 Jahre alt. Bisher prägten vor allem repräsentative Pflichten wie Ramadan-Grüße oder Stadtfeste seine Amtszeit, ohne dass sich klar abzeichnet, wie sich seine Führung auf das Verhältnis zwischen den bayerischen Grünen und der CSU auswirken wird.
Krauses Wahl markiert einen Führungswechsel in München, getragen von einem Wahlkampf, der die Wohnungsbaupolitik in den Mittelpunkt stellte. Seine ersten Monate im Amt verbinden Tradition mit modernem Regierungsstil, doch die langfristigen Folgen seiner Politik bleiben abzuwarten. Ob er das ehrgeizige Ziel von 50.000 neuen Wohnungen erreicht, wird maßgeblich darüber entscheiden, ob es ihm gelingt, die drängendsten Probleme der Stadt zu lösen.






