02 April 2026, 14:13

Digitale sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche erreicht alarmierende Rekordwerte in Deutschland

Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die den Prozentsatz von unteralterigen Teenagern je Bundesstaat angeben, mit einer Bildunterschrift unten, die besagt: "Unteralterige Teenager können wegen einvernehmlichen Sex auf die Sexstraftäterliste gesetzt werden."

Digitale sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche erreicht alarmierende Rekordwerte in Deutschland

Digitale sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche in Deutschland hat in den letzten fünf Jahren dramatisch zugenommen. Neue Zahlen zeigen, dass fast die Hälfte aller 14- bis 25-Jährigen bereits Online-Belästigung erlebt hat, während 2025 jedes vierte Kind von Cybergrooming betroffen war. Expert:innen warnen, dass Präventionsmaßnahmen dringend an das wachsende Ausmaß des Problems angepasst werden müssen.

Allein 2023 registrierte das Bundeskriminalamt 45.191 Fälle mit Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder – fast dreimal so viele wie in den Vorjahren. Eine Studie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit aus dem Jahr 2025 ergab später, dass 64 Prozent der jungen Menschen nicht-körperliche sexualisierte Gewalt erlebt hatten, überwiegend im Internet. Täter:innen nutzen dabei häufig Chatplattformen aus, wobei viele Vorfälle in Freundeskreisen oder Klassenchats stattfinden – begünstigt durch Gruppendruck und mangelnde Medienkompetenz.

Fachleute wie Yasmina Ramdani setzen auf gezielte Präventionsarbeit. Ihre Workshops, gefördert von der Thüringer Landesbeauftragten für den Kinderschutz, erreichten in drei Jahren rund 5.000 Schüler:innen der fünften bis achten Klasse. Das in diesem Umfang einzigartige Pilotprojekt übersetzte digitale Erfahrungen in reale Gespräche und half Jugendlichen, Übergriffe zu erkennen und zu verstehen, dass sie nicht allein sind.

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Auch Eltern kommen eine Schlüsselrolle in der Prävention zu. Expert:innen raten ihnen, das eigene Verhalten zu reflektieren und offen mit ihren Kindern über Grenzen zu sprechen – etwa über die Risiken des Teilens intimer Bilder oder das Ignorieren von Warnsignalen in Online-Kontakten. Gleichzeitig haben prominente Fälle wie die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, wegen digitaler Gewalt die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt.

Angesichts des Anstiegs digitaler sexualisierter Gewalt fordern Fachleute stärkere Präventionsmaßnahmen. Schulen, Eltern und Politiker:innen sollen Aufklärung und Begleitung Vorrang vor teuren Interventionen nach bereits eingetretenem Schaden geben. Studien wie die Jugendsexualitätsstudie unterstreichen die Dringlichkeit – nachhaltige Maßnahmen zum Schutz junger Menschen im Netz seien unverzichtbar, betonen Expert:innen.

Quelle