Deutschlands Regionalverkehr droht der Kollaps – 14 Milliarden Euro fehlen bis 2031
Anton HofmannDeutschlands Regionalverkehr droht der Kollaps – 14 Milliarden Euro fehlen bis 2031
Deutschlands Regionalverkehr steht vor einer Finanzkrise – Kürzungen drohen
Die regionalen Verkehrsnetze in Deutschland steuern auf eine Finanzkrise zu, die zu massiven Einschränkungen im Angebot führen könnte. Behörden warnen, dass bis 2031 zusätzliche 14 Milliarden Euro benötigt werden, um Busse und Bahnen wenigstens im aktuellen Umfang aufrechterhalten zu können. Ohne schnelles Handeln könnten Strecken im ganzen Land reduziert oder sogar komplett gestrichen werden.
Aktuell verteilen sich die 16 Bundesländer jährlich rund 12 Milliarden Euro aus dem Regionalisierungsfonds. Doch da die jährlichen Erhöhungen auf nur 3 Prozent gedeckelt sind, reicht das Geld bei Weitem nicht aus. Die Verkehrsministerkonferenz hat nun eine Resolution verabschiedet, in der höhere Zuschüsse gefordert werden, um Fahrplaneinschränkungen zu verhindern.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder lehnte jedoch verbindliche Zusagen für zusätzliche Mittel ab. Er kritisierte, der Zeitplan für eine Entscheidung sei unrealistisch, und verhielt sich zurückhaltend bei der Frage, ob der Regionalisierungsfonds aufgestockt werden solle.
Andere europäische Städte haben ähnliche Finanzlücken auf unterschiedliche Weise geschlossen. Londons Verkehrsbetrieb Transport for London erhielt zwischen 2021 und 2023 staatliche Rettungshilfen in Höhe von 4,5 Milliarden Pfund, nachdem die Pandemie die Einnahmen einbrechen ließ. In Frankreich erhielt der Pariser Nahverkehrsbetrieb RATP von 2020 bis 2022 nationale Ausgleichszahlungen. Dort setzten die Verantwortlichen zudem auf öffentlich-private Partnerschaften und angepasste Tarife, um die Lücken zu schließen.
Die Botschaft ist klar: Ohne weitere 14 Milliarden Euro bis 2031 wird der Bus- und Bahnverkehr in Deutschland schrumpfen. Die regionalen Verkehrsverbünde fordern dringend Lösungen, doch auf Bundesebene gibt es noch keine Einigung über ein Finanzierungskonzept. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob Millionen Fahrgäste in den kommenden Jahren mit weniger Verbindungen rechnen müssen.






