Deutschland setzt auf 2.000 neue Windräder – doch die schwächsten Regionen gehen leer aus
Anton HofmannDeutschland setzt auf 2.000 neue Windräder – doch die schwächsten Regionen gehen leer aus
Deutschland plant den Bau von rund 2.000 neuen Windkraftanlagen bis 2030 im Rahmen seiner Bemühungen um eine klimaneutrale Stromerzeugung. Umweltminister Carsten Schneider möchte viele dieser Anlagen in den windschwächsten Regionen des Landes errichten. Mit diesem Schritt soll die Windenergieerzeugung ausgeglichener verteilt werden, die bisher stark auf den windreichen Norden konzentriert war.
Die Regierung wird zudem zusätzliche Ausschreibungen für 12 Gigawatt Windkraftkapazität vergeben, um diese Expansion zu unterstützen. Aktuell stehen die meisten Windräder in Deutschland in den nördlichen Bundesländern, wo die Windverhältnisse am besten sind. Dadurch sind südliche Regionen wie Bayern im Nachteil. Die durchschnittliche Windeffizienz in Bayern liegt bei nur 55 %, und 76 % der dortigen Anlagen arbeiten in windschwachen Gebieten – trotz beträchtlicher Subventionen.
Um dieses Ungleichgewicht zu beheben, sieht das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) höhere Fördergelder für windschwache Regionen vor. Diese Anreize sollen die schlechteren Windbedingungen ausgleichen und Investitionen attraktiver machen. Viele Banken verlangen sogar Subventionen als Voraussetzung für die Finanzierung neuer Projekte, da sie das finanzielle Risiko für Projektentwickler verringern.
Schneiders Plan zielt darauf ab, die Windenergie gleichmäßiger über das ganze Land zu verteilen. Durch den Bau von Anlagen in weniger windreichen Gebieten hofft die Regierung, die Abhängigkeit vom Stromtransport über weite Strecken aus dem Norden zu verringern. Dies könnte auch den Druck auf die Energiepreise mindern, die die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere energieintensiver Industrien bedrohen.
Allerdings ist bisher keine der geplanten 2.000 Windkraftanlagen für die fünf windschwächsten Bundesländer vorgesehen – Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Regierung hat noch keine genauen Zahlen oder Standorte für diese Regionen genannt.
Der Ausbau der Windenergie ist ein zentraler Baustein für Deutschlands Ziel, bis 2030 80 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen und bis 2050 vollständig klimaneutral zu werden. Höhere Subventionen für windschwache Gebiete sollen Investitionen fördern, doch der Erfolg des Plans hängt davon ab, wo die neuen Anlagen entstehen. Die nächsten Schritte der Regierung werden zeigen, ob die Strategie regionale Ungleichheiten verringert und die Energiesicherheit stärkt.






