DB-Chef Nagl warnt vor Sonderregeln für italienischen Bahnkonkurrenten Italo
Moritz AlbrechtDB-Chef Nagl warnt vor Sonderregeln für italienischen Bahnkonkurrenten Italo
Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, hat sich gegen Pläne ausgesprochen, dem italienischen Bahnbetreiber Italo Sonderkonditionen auf dem deutschen Fernverkehrsmarkt einzuräumen. Er warnte, dass eine geplante „Neueinsteiger-Klausel“ für Italo rechtliche Risiken und Marktinstabilität schaffen würde, noch bevor die aktualisierten EU-Regeln 2031 vollumfänglich in Kraft treten.
Nagl kritisierte den Vorschlag einer kurzfristigen Regelung, die Italo den Markteintritt in Deutschland ab 2028 erleichtern soll. Die Idee sei „rechtlich höchst fragwürdig“ und könnte „endlose Rechtsstreitigkeiten“ auslösen, so Nagl. Gerichte könnten die Zugangsregeln für die Schieneninfrastruktur innerhalb von 18 Monaten sogar kippen, falls sie mit EU-Recht kollidieren.
Das aktuelle rechtliche Rahmenwerk sieht keine langfristigen Vereinbarungen vor, nachdem das System von 2017 aufgrund von Komplexität und rechtlichen Bedenken gescheitert war. Bis die EU-Kapazitätsverordnung 2031 verbindlich wird, argumentiert Nagl, würde eine Sonderbehandlung für Italo „extreme Unsicherheit“ in der Branche auslösen.
Trotz seiner Bedenken bleibt Nagl optimistisch, was den Wettbewerb im Fernverkehr angeht. Er betonte, dass Veränderungen am Markt „letzten Endes den Fahrgästen zugutekommen“ müssten, um erfolgreich zu sein.
Ohne stabile Regelungen bis 2031 unterstreichen Nagls Warnungen die Risiken von Übergangslösungen für Italos Markteintritt. Rechtliche Herausforderungen und regulatorische Lücken könnten den deutschen Bahnsektor erschüttern, wenn Sonderklauseln eingeführt werden, bevor der EU-Rahmen endgültig steht.






