BMW setzt auf Schienentransport – doch Deutschlands Bahnnetz kämpft mit Engpässen
Anna KrauseBMW setzt auf Schienentransport – doch Deutschlands Bahnnetz kämpft mit Engpässen
Europäische Autobauer drängen auf mehr Kapazitäten im Schienengüterverkehr – während Deutschlands Verkehrsnetz mit anhaltenden Störungen kämpft. Gleichzeitig fließen Millardeninvestitionen in die Modernisierung der Bahninfrastruktur des Landes. BMW, einer der betroffenen Hersteller, baut seine Produktion von Elektrofahrzeugen in Bayern aus und setzt dabei auf die Schiene für die Logistik.
Im April 2021 schlossen sich die Häfen Antwerpen und Zeebrügge zusammen, um die Abwicklung von Frachtgütern effizienter zu gestalten. Dieser Schritt erfolgte zu einer Zeit, in der Automobilhersteller vermehrt auf den Schienentransport für die Verteilung ihrer Fahrzeuge setzten. Medway, eine Tochter des Logistikriesen MSC, betreibt seitdem zweimal wöchentlich spezielle Autotransportzüge, die Fahrzeuge durch ganz Europa befördern.
Das BMW-Werk in Regensburg spielt eine zentrale Rolle bei der Elektrifizierung des Konzerns. Seit November 2021 wird dort der iX1 gefertigt – inklusive der vor Ort produzierten Batterien. Daneben laufen in dem Werk auch der BMW X1, X2, die 1er-Reihe und der 2er Gran Tourer vom Band, jeweils auch in Plug-in-Hybrid-Varianten. Langfristig strebt der Autobauer an, dass jedes dritte in Bayern gefertigte Fahrzeug voll elektrisch ist.
Parallel treibt die Deutsche Bahn (DB) ein Modernisierungsprogramm im Umfang von 13,6 Milliarden Euro voran. Finanziert von Bund und Ländern, umfasst das Projekt die Sanierung von 1.800 Kilometern Gleisstrecke, 140 Brücken und 800 Bahnhöfen. Ziel ist es, die Kapazitäten zu erhöhen, die Effizienz zu steigern und die digitale Infrastruktur des deutschen Schienennetzes zu modernisieren.
Die Aufrüstung der Bahn kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Hersteller wie BMW zunehmend auf Güterzüge für den Transport ihrer Fahrzeuge angewiesen sind. Angesichts von Engpässen im Netz, die zu Verzögerungen führen, soll der Ausbau der Schienenkapazitäten sowohl die industrielle Logistik als auch die übergeordneten Verkehrsziele Deutschlands unterstützen. Die Investitionen werden zudem helfen, die wachsende Nachfrage nach Produktion und Verteilung von Elektrofahrzeugen zu bewältigen.






