Bayerns Delegation erkundet tschechisches Phosphor-Recycling aus Klärschlamm
Lukas MüllerBayerns Delegation erkundet tschechisches Phosphor-Recycling aus Klärschlamm
Eine kleine Delegation aus Bayern hat kürzlich die Tschechische Republik besucht, um eine innovative Methode zur Abfallverwertung zu studieren. Bürgermeister Robert Pöschl und Rudolf Grieb, Mitglied der Partei "Unabhängige Bürger Initiative" (UBI), informierten sich in einer Anlage in Trutnov über die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm. Ziel der Reise war es, ein System kennenzulernen, das jenseits der Grenze bereits erfolgreich eingesetzt wird.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand ein Pilotprojekt in Trutnov, das seit 2019 läuft. Mithilfe einer Monofermentationsanlage gewinnt die Einrichtung dort über 90 Prozent des Phosphors aus dem Klärschlamm zurück. Bis 2025 sollen auf diese Weise rund 150 Tonnen des wertvollen Nährstoffs zurückgewonnen werden – ein Beleg für die Zuverlässigkeit und das Potenzial der Methode für eine breitere Anwendung.
Anders als Bayern verbrennt die Tschechische Republik Klärschlamm bereits und verwendet ihn als Düngemittel. Der Stadtrat von Buchloe war ebenfalls zur Teilnahme an der Exkursion eingeladen worden, doch nur Pöschl – der auch den Aufsichtsrat der Kommunalen Energieverwertung (KE) Schwaben leitet – und Grieb nahmen teil. Ihr Interesse spiegelt die wachsende Bereitschaft wider, ähnliche Systeme auch in Bayern einzuführen.
Das Projekt in Trutnov zeigt, dass eine großtechnische Phosphorrückgewinnung machbar ist. Angesichts der hohen Effizienz und der nachgewiesenen Ergebnisse könnte die Methode eine praktikable Lösung für das Abfallmanagement in Bayern bieten. Die Erkenntnisse der Delegation könnten nun die Diskussionen über die Einführung vergleichbarer Technologien in der Region vorantreiben.