Bayerische Schulen kämpfen mit Lehrkräftemangel trotz steigender Schülerzahlen
Anna KrauseBayerische Schulen kämpfen mit Lehrkräftemangel trotz steigender Schülerzahlen
Bayerische Schulen stehen unter wachsendem Druck, da die Landesregierung trotz steigender Schülerzahlen keine zusätzlichen Lehrkräfte einstellt. Der Bayerische Philologenverband hat diese Entscheidung scharf kritisiert und warnt vor größeren Klassen und einer höheren Arbeitsbelastung für die Lehrkräfte. Gleichzeitig hat der Verband einen neuen Preis ins Leben gerufen, um vorbildliche Teamarbeit an Schulen auszuzeichnen.
In den vergangenen fünf Jahren stellte Bayern etwa 12.500 neue Lehrkräfte ein – eine Zahl, die den jährlichen Anstieg der Schülerzahlen an Gymnasien und beruflichen Oberstufen übersteigt, wo die Zahlen um etwa 2.000 bis 2.500 pro Jahr wachsen. Da die Neueinstellungen jedoch auch andere Schulformen abdecken, bleiben einige Bereiche weiterhin unterbesetzt.
Für das Jahr 2026 hat die Landesregierung zusätzliche Lehrstellen ausgeschlossen. Stattdessen setzt Bildungsministerin Anna Stolz auf eine flexiblere Einsatzplanung des bestehenden Personals – ein Vorhaben, das Kritiker als riskant bewerten, da es zu weniger Unterrichtsstunden und einer höheren Belastung der Lehrkräfte führen könnte. Benedikt Karl, stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes, warf der Regierung vor, das Problem zu ignorieren, und bezeichnete den Einstellungsstopp angesichts wachsender Klassengrößen als "nicht tragbar".
In einer separaten Initiative führte der Verband den "Gemeinsam Handeln"-Preis ein. Die neue Auszeichnung würdigt Schulen, an denen Schulleitung, Personalvertretungen und Lehrkräfte besonders gut zusammenarbeiten. Der Preis soll positive Beispiele inmitten der anhaltenden Herausforderungen im bayerischen Bildungssystem hervorheben.
Da für das kommende Jahr keine Neueinstellungen geplant sind, müssen die Schulen mit dem aktuellen Personal größere Klassen bewältigen. Die Landesregierung setzt auf lokale Flexibilität, während der Philologenverband vor einer Überlastung der Lehrkräfte warnt. Der neue Preis bietet jedoch eine Anerkennung für Schulen, die trotz des Drucks eine starke Teamkultur aufrechterhalten.






