Bäder löst mit BAföG-Äußerungen Koalitionsstreit und Empörung aus
Bundesforschungsministerin Dorothee Bäder sorgt mit überraschenden Äußerungen zur Studentenförderung für Aufsehen
Ende Mai löste Dorothee Bäder, Deutschlands Forschungsministerin, mit unerwarteten Aussagen zur Studienfinanzierung eine Kontroverse aus. Ihre Bemerkungen zu geplanten Reformen des BAföG überraschten sowohl Studierende als auch Koalitionspartner. Die Debatte offenbart seitdem auch die Spaltungen innerhalb ihrer eigenen Partei.
Bäder, geboren 1978, gilt seit Langem als aufstrebende Kraft in der CSU. Bereits mit 14 trat sie der Schülerunion bei, wurde mit 16 Parteimitglied und zog mit nur 23 Jahren in den CSU-Vorstand ein. Mit 24 schrieb sie Geschichte als jüngstes CSU-Mitglied, das je in den Bundestag gewählt wurde – noch während ihres Studiums der Politikwissenschaft in München und später Berlin.
Ihr akademischer Werdegang umfasst einen mit Bestnote (1,5) abgeschlossenen Studiengang am Otto-Suhr-Institut im Jahr 2006, gefördert durch ein Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung. Im selben Jahr heiratete sie Oliver Bär, ebenfalls ein CSU-Politiker. Trotz ihres eigenen privilegierten Bildungswegs verharmloste sie in einem jüngsten Interview die Herausforderungen von Studierenden, bezeichnete sie als „sehr privilegiert“ und erklärte, eine Nebentätigkeit sei „keine Tragödie“.
Die Koalition hatte bereits beschlossen, die BAföG-Wohnpauschale von 380 auf 440 Euro anzuheben und die Gesamtförderung schrittweise zu erhöhen. Doch Bäder behauptete, sie habe gehört, dass Teile ihrer eigenen Regierungsfraktionen die Reform nicht mehr unterstützten. Die SPD widersprach umgehend und bekräftigte ihr Festhalten an den Plänen. Kritiker wie die OSI-Professorin Gesine Schwan warfen Bäder vor, sie zeige „wenig Respekt für die Ernsthaftigkeit des akademischen Studiums“.
Bäders Äußerungen haben die Spannungen innerhalb der Koalition in der Frage der Studienförderung offengelegt. Die geplanten BAföG-Erhöhungen stehen zwar weiterhin zur Debatte, doch ihre Aussagen werfen Fragen zu ihrer Haltung gegenüber akademischer Unterstützung auf. Wie die Partei nun weiter verfährt, bleibt abzuwarten.






