Anonymer Brief erschüttert Stadttheater Fürth: Toxisches Arbeitsklima vorgeworfen
Lukas MüllerAnonymer Brief erschüttert Stadttheater Fürth: Toxisches Arbeitsklima vorgeworfen
Ein anonymer Brief hat am Stadttheater Fürth für Unruhe gesorgt. Darin wird der künstlerischen Leiterin, Dr. Silvia Stolz, vorgeworfen, ein toxisches Arbeitsklima zu fördern. Das undatierte und namenlose Schreiben behauptet, die Meinung von 25 festangestellten Mitarbeitenden widerzuspiegeln, enthält jedoch keine überprüfbaren Unterschriften. Unterdessen haben sich die Theaterleitung und der Stiftungsrat öffentlich hinter Stolz gestellt, die seit Ende 2023 im Amt ist.
In dem Brief wird ein Arbeitsumfeld beschrieben, das von Angst, Misstrauen und psychischer Belastung unter Stolz’ Führung geprägt sei. Die Glaubwürdigkeit der Vorwürfe bleibt jedoch fraglich, da sich niemand bereit erklärt hat, mit seinem Namen dafür einzustehen. Der Dramaturg Udo Eidinger wies die Vorstellung zurück, das Schreiben repräsentiere die Haltung der gesamten Belegschaft, und betonte, dass anonyme Beschwerden in deutschen Theatern zunehmend verbreitet seien.
Eidinger lobte Stolz zudem dafür, die Verbindung des Theaters zur Stadt vertieft, einen offenen Dialog gefördert und Aufführungen zugänglicher gemacht zu haben. Stiftungsratsmitglied Maurice Schönleben (SPD) unterstützte diese Einschätzung und nannte die Entwicklung des Theaters seit 2023 „beachtlich“. Er bekräftigte, Stolz sei die richtige Führungspersönlichkeit für die anstehende Transformation der Institution.
Trotz der Kontroverse laufen die Vorbereitungen für eine anstehende Premiere weiter. Viele Teammitglieder bleiben ihrer Arbeit engagiert verbunden, auch wenn einige zugeben, verunsichert zu sein. Die Spielzeit 2024/2025 unter Stolz’ Leitung hat bereits über 100.000 Besucherinnen und Besucher angezogen und mehr als 95.000 Karten verkauft.
Das Theater steht nun vor einer Phase der Unsicherheit, während der Streit eskaliert. Zwar wirft der anonyme Brief Fragen auf, doch die jüngsten Erfolge unter Stolz’ Führung bleiben ein zentraler Diskussionspunkt. Die Situation spiegelt darüber hinaus die allgemeinen Spannungen in Kultureinrichtungen wider, wo Führungsstile und die Arbeitsmoral häufig auf dem Prüfstand stehen.






