20 March 2026, 18:14

Agrarminister fordern radikale Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Tierschutz

Balkendiagramm, das die Netto-Erntetrends in ausgewählten tropischen Ländern und weltweit von 2004 bis 2020 zeigt.

Agrarminister fordern radikale Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Tierschutz

Deutschlands Agrarminister fordern umfassende Reformen zur Stärkung der Landwirtschaft

Die Agrarminister der Bundesländer haben weitreichende Reformen gefordert, um Landwirtinnen und Landwirte besser zu unterstützen und den Sektor zukunftsfest zu machen. Zu den zentralen Forderungen gehören eine vereinfachte Düngeregelung, Ausnahmen vom Mindestlohn sowie ein verbessertes Angebot zur psychologischen Betreuung in der Branche. Die Vorschläge zielen darauf ab, die Nitratbelastung zu verringern, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und den Betrieben langfristige Planungssicherheit zu geben.

Auf der jüngsten Agrarministerkonferenz setzten sich die Verantwortlichen für eine Reform der Düngerverordnung ein. Gefordert wird ein System, das Bürokratie abaut und gleichzeitig die Nitratbelastung direkt an der Quelle bekämpft. Das Ziel: praxisnähere und weniger belastende Vorschriften für die Landwirtinnen und Landwirte.

Ein weiterer Streitpunkt waren die Lohnkosten. Die Minister sprachen sich dafür aus, in der Landwirtschaft Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn zuzulassen. Besonders Baden-Württemberg schlug gestaffelte Löhne vor, um im Wettbewerb mit anderen EU-Ländern gleichziehen zu können. Hohe Arbeitskosten wurden als Hindernis für faire Wettbewerbsbedingungen gesehen.

Auch die Energiesicherheit stand im Fokus: Agrarminister Peter Hauk (Baden-Württemberg) betonte die Bedeutung von Biogas als heimische Ressource. Anders als Wind- oder Solarenergie lasse sich Biogas speichern und flexibel einsetzen – und reduziere so die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen. Die Minister hoben seine Rolle für eine klimaneutrale Zukunft hervor.

Um Investitionen in den Tierschutz zu fördern, schlug die Konferenz vor, neu gebaute oder modernisierte Ställe mit besonders hohen Tierwohlstandards für 20 Jahre rechtlich abzusichern. Damit sollen Landwirtinnen und Landwirte Planungssicherheit für langfristige Projekte erhalten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ein weiteres zentrales Thema war die psychologische Unterstützung für die Branche. Bisher fehlen in Deutschland bundesweite Studien zu den psychischen Belastungen von Landwirtinnen und Landwirten. Die Minister forderten daher Forschung, um gezielte Hilfsangebote zu entwickeln. Als Vorbild galt das baden-württembergische Projekt "InVerantwortung", das Krisenprävention und psychologische Betreuung für Landwirtinnen, Landwirte und Winzer anbietet.

Schließlich drängten die Minister auf schnellere Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel. Eine Beschleunigung würde es den Betrieben ermöglichen, schneller auf Schädlinge und Krankheiten zu reagieren und bürokratische Verzögerungen zu verringern.

Die vorgeschlagenen Reformen zielen darauf ab, mehrere Herausforderungen gleichzeitig anzugehen: Bürokratieabbau, Kostensenkung und die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnte die deutsche Landwirtschaft wettbewerbsfähiger, nachhaltiger und widerstandsfähiger werden. Die nächsten Schritte hängen nun von politischen Entscheidungen und weiteren Beratungen auf Landes- und Bundesebene ab.

Quelle