09 May 2026, 12:14

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 81. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus

Buch mit dem Titel 'Deutsches Kolonial-Feitung' vom 11/1940, das Adolf Hitler auf dem Cover zeigt, gehalten von einer Person umgeben von anderen mit Mützen.

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 81. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus

Dr. Hans-Thomas Tillschneider, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, hielt anlässlich des 81. Jahrestags der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus eine umstrittene Rede. Seine Äußerungen stellten die Nachkriegsgeschichtsschreibung des Landes infrage und kritisierten in scharfen Worten die deutsche Erinnerungskultur.

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An einem Tag, der das Ende der NS-Herrschaft markiert, erkannte Tillschneider zwar die Befreiung an, bezeichnete die militärische Niederlage Deutschlands jedoch als „Amputation riesiger deutscher Kulturlandschaften“. Er argumentierte, die Nation habe eine „absurde Schuldkultur“ und eine „imaginäre Kollektivschuld“ entwickelt, um sich der eigenen Geschichte nicht stellen zu müssen.

Der AfD-Politiker ging noch weiter und diskreditierte die berühmte Rede Richard von Weizsäckers aus dem Jahr 1985 – einen zentralen Moment der deutschen Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit – als „geistige Kapitulation“. Unter Berufung auf Franz Josef Strauß kritisierte er, was er als „ewige Vergangenheitsbewältigung als dauernde Buße“ bezeichnete. Stattdessen forderte Tillschneider eine Rückkehr zu einer „normalen deutschen Identität“.

Zudem warf er den Deutschen vor, sich im Nachhinein auf die Seite der Sieger des Zweiten Weltkriegs zu schlagen, um Schuldgefühlen zu entgehen. In seinen abschließenden Bemerkungen deutete er an, dass der aktuelle Kurs der AfD nicht zu einer „stolzen Zukunft“ führen werde, sondern das Land vielmehr in eine geistige Isolation zurückdrängen könnte.

Tillschneiders Rede stellte die etablierte deutsche Haltung zur NS-Vergangenheit direkt infrage. Seine Aussagen zu Schuld, Niederlage und historischem Gedächtnis befeuern die anhaltende Debatte darüber, wie das Land mit seiner Geschichte umgehen soll. Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die AfD ihre politische Positionierung zur nationalen Identität weiter ausformt.

Quelle