ABC stoppt erstmals eine komplette Bachelorette-Staffel nach Gewaltvorwurf
Lukas MüllerABC stoppt erstmals eine komplette Bachelorette-Staffel nach Gewaltvorwurf
ABC bricht erstmals in der Geschichte des Formats eine gesamte Staffel von The Bachelorette ab
Der Sender ABC hat zum ersten Mal in der Geschichte der Bachelor-Reihe eine komplette Staffel von The Bachelorette gestrichen. Der Schritt folgt auf ein 2023 geleaktes Video, das zeigt, wie die Protagonistin Taylor Frankie Paul ihre ehemalige Partnerin in Gegenwart eines Kindes angreift. Der aktuelle Skandal reiht sich ein in eine lange Liste von Kontroversen rund um mangelnde Diversität, kulturelle Unempfindlichkeit und problematisches Verhalten innerhalb der Show.
Die Reihe steht seit Jahren in der Kritik, insbesondere wegen ihres Umgangs mit Rassismus und Repräsentation. 2017 wurde Rachel Lindsay zur ersten schwarzen Hauptdarstellerin – doch ihre Staffel löste eine Welle der Empörung aus, darunter rassistische Kommentare in sozialen Medien. 2020 folgte Matt James als erster schwarzer Bachelor, doch seine Staffel verzeichnete sinkende Einschaltquoten und gespaltene Zuschauerreaktionen. 2024 machte Jenn Tran als erste asiatisch-amerikanische Protagonistin Geschichte, doch die Debatten über Alibifunktion und echte Inklusion hielten an.
Frühere Eklats umfassen eine Folge von 2019 in Singapur, in der Teilnehmer:innen lokale Küche verspotteten und damit mangelndes kulturelles Bewusstsein offenbarten. 2014 löste der ehemalige Bachelor Juan Pablo Galavis Empörung aus, als er schwule Menschen als "perverser" bezeichnete und sich gegen einen schwulen Hauptdarsteller aussprach. 2021 trat Moderator Chris Harrison zurück, nachdem er die Teilnehmerin Rachael Kirkconnell verteidigt hatte, die an einer Party im Stil einer Plantagen-romantik teilgenommen und sich als Native American verkleidet hatte. Teilnehmer:innen of Color berichteten zudem von schärferer Kritik seitens des Publikums.
Die Abschaffung von Pauls Staffel markiert eine seltene Entscheidung für das Format, das Skandale bisher meist während der laufenden Saison behandelte, statt eine gesamte Serie zu streichen. Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der die öffentliche Forderung nach besserer Repräsentation wächst – mit Appellen für inklusivere Besetzungen bis 2026.
Die Absage unterstreicht ABCs gewandelten Umgang mit Kontroversen, folgt aber auf Jahre öffentlicher Kritik. Zwar hat die Reihe nach und nach diversere Hauptdarsteller:innen eingeführt, doch die Herausforderungen bei kultureller Sensibilität und Zuschauerreaktionen bleiben bestehen. Die Entscheidung, Pauls Staffel zu streichen, deutet auf einen strengeren Kurs in Sachen Verantwortung bei künftigen Produktionen hin.






