70 Millionen Löschungen – doch gefährliche Produkte bleiben im Umlauf
Anton Hofmann70 Millionen Löschungen – doch gefährliche Produkte bleiben im Umlauf
Deutschlands größte Online-Shopping-Plattformen löschten im November 2025 fast 70 Millionen Produktangebote. Eine Verbraucherorganisation warnt nun, wie viele gefährliche Artikel weiterhin durch das Raster fallen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die EU-Daten zu verbotenen Waren ausgewertet und dabei gravierende Vollzugslücken aufgedeckt.
Der vzbv analysierte die Einträge in der EU-Produktentfernungsdatenbank, die gelöschte Artikel von Online-Marktplätzen erfasst. Die Auswertung zeigt: Allein innerhalb eines Monats strichen fünf große deutsche Plattformen rund 70 Millionen Angebote. Davon waren 30 Millionen als unsicher oder sogar verboten eingestuft worden.
Doch das System bleibt fehleranfällig. Der Abgleich zwischen der EU-Datenbank und den Marktplatz-Listings funktioniert unzureichend – mit der Folge, dass schädliche Produkte weiterhin erhältlich sind. Der vzbv warnt: Reaktive Löschungen reichen nicht aus, um Verbraucher:innen wirksam zu schützen.
Die Organisation fordert daher schärfere Regeln. Gefährliche Artikel sollen bereits im Vorfeld blockiert werden, bevor sie überhaupt zum Verkauf angeboten werden können. Aktuell bleiben viele riskante Waren so lange online, bis sie gemeldet werden – oder bis ein Kunde zu Schaden kommt.
Die Erkenntnisse des vzbv unterstreichen ein strukturelles Problem des Online-Handels: Selbst nach Millionen von Löschungen gelangen verbotene Produkte durch Systemlücken zu den Verbraucher:innen. Die Organisation besteht darauf, dass nur präventive Sperren diese Schlupflöcher nachhaltig schließen können.






