50.000 feiern Lissabons CSD – doch die Angst vor Rückschritten wächst
Lissabon veranstaltete am Samstag seinen 27. CSD – mit rund 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern
Am Samstag fand in Lissabon der 27. Christopher Street Day (CSD) statt, an dem sich etwa 50.000 Menschen beteiligten. Um 17 Uhr startete der Umzug am Marquês-de-Pombal-Platz unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“. Die Veranstalterinnen und Veranstalter wiesen auf die wachsenden Bedrohungen für die Rechte von LSBTIQ -Personen in Portugals sich wandelndem politischen Klima hin.
Diesjähriger CSD war der erste seit über einem Jahrzehnt, der in einer Phase der Rücknahme von Rechten stattfand. Das Gesetz 38/2018, das die Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität schützt, könnte nun aufgehoben werden. Die Organisatorinnen und Organisatoren warnten, dass aktuelle politische Verschiebungen LSBTIQ -Menschen und ihre Familien gefährdeten.
Siebenzehn Vereine und Kollektive schlossen sich dem Marsch an, darunter LSBTIQ -, feministische und antirassistische Initiativen. Die Abgeordnete der Linksblock-Partei, Joana Mortágua, äußerte Trauer darüber, dass die Veranstaltung in einer Zeit des Rückschritts stattfinde. Paulo Muacho von der Partei Livre rief zur Teilnahme auf und verwies auf die zunehmende Feindseligkeit vonseiten der radikalen Rechten.
Helder Bértolo, einer der Organisatoren, prognostizierte für 2025 noch größere Teilnehmerzahlen. Den erwarteten Anstieg führte er auf die wachsende Besorgnis in der Bevölkerung über Angriffe auf hart erkämpfte Rechte zurück.
Beim CSD 2024 zogen 50.000 Menschen durch die Straßen Lissabons. Angesichts des Drucks auf errungene Rechte betonten Veranstalterinnen, Veranstalter und Teilnehmende die Notwendigkeit von Sichtbarkeit und Widerstand. Die Botschaft des Umzugs – „Kein Schweigen, keine Angst“ – spiegelte den Willen wider, Fortschritte trotz politischer Herausforderungen zu verteidigen.






